Hamstring-Verletzungsrisiko-Screening: Was tun?

von Kornelius Kraus [DS, MA]

Für Diagnostiker dürfte die fehlende Genauigkeit der isokinetische Messung zur Schätzung der Risikos für Hamstringverletzungen (van Dyk et al. 2016) keine Überraschung sein. Bereits 1998 ist Bennell zum gleichen Ergebnis gekommen. Doch wie lässt sich die fehlende diagnostische Qualität des isokinetischen Quadrizeps-Hamstring-Kraftverhältnis erklären?

Zunächst ist es sinnvoll sich die Definition der isokinetischen Kontraktion zu vergegenwärtigen. Die isokinetische Kontraktion ist eine Muskelkontraktion mit konstanter Verkürzungsgeschwindigkeit. Das solch ein Bewegungstyp nur maschinell erzeugt werden kann ist offensichtlich. Denn konstante Geschwindigkeiten kommen bei natürlichen Bewegungen nicht vor. Somit ist eine geringe Übertragbarkeit auf sportliche Bewegungen wahrscheinlich (Kannus, 1994).

WIE KANN MAN MÖGLICHE DEFIZITE MESSEN?

Einen interessanten Ansatz haben Forscher und Praktiker auf Ebene der neurophysiologischen Ansteuerungsmuster ausfindig gemacht (Bosco und Kraaijenhof). Hierbei geht um die Bildung eines Muskelaktivitätsverhältnis von Agonist und Anta- bzw. Synergist. Allerdings fehlt für dieses Verfahren noch die wissenschaftliche Validierung.

DER AUTOR

KORNELIUS KRAUS. Seit 2006 betreut und berät Kornelius Kraus Nachwuchssportler, Athleten und Trainer. Für sie bereitet der Sportwissenschaftler und Trainer wissenschaftliche Erkenntnisse praxisnah auf. Zudem gibt er Trainings in Athletic Therapy, Functional Training und Strength and Conditioning. Überdies erforscht er Methoden zu Steigerung der sportlichen Leistung und Verletzungsminimierung.

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