Vorsätze sind lediglich eine Aspirin für Gewissensbisse

von Kornelius Kraus [DS, MA]

Zwischen Weihnachten und Neujahr habe ich mir eine Auszeit gegönnt, einige Hobbies verfolgt und ein paar Bücher gelesen. Darunter Tim Ferriss neues Buch „Tools der Titanen“. Für mich ist dieses Buch das Beste von Tim Ferriss, da es mentale und strategische Werkzeuge von sehr erfolgreichen Anwendern aus Kunst, Wirtschaft oder Sport unterhaltsam und motivierend darstellt. Weiterlesen

PROfunctional training: Bücher für Einsteiger und Profis

PROathlete_Education„Bildung kann bestenfalls gelingen“, meint der Hirnforscher Prof. Gerald Hüther. Damit sie gelingt, benötigen wir lediglich brauchbares Lehrmaterial, passende Lehrsituationen, einen reflektierten, beharrlichen Charakter und wenn wundert es noch – Zeit. Schnell ist nur der Weg zum Misserfolg. Ich selbst hatte und habe das Glück viele passende Lehrstunden zu durchleben, sei es als Sportler, Athletenbetreuer, Trainer oder Wissenschaftler. Am Ende macht uns der reflektierte Umgang mit diesen Lehrstunden stärker als gestern. Weiterlesen

Individuelle Trainingspläne starten mit den richtigen Fragen!

by Kornelius Kraus [DS, MA]

PROathleteEin individueller Trainingsplan bedarf einer individuellen Analyse. In vielen Fällen ist dies gar nicht möglich und zu Beginn vielleicht auch nicht immer nötig, denn aus praktischer Sicht basiert jede erfolgreiche Betreuung auf regelmäßigem Training. Hierfür eignet sich die Warum-Frage hervorragend, um wesentliche Motive für das angestrebte Training zu identifizieren. Ist eine regelmäßige Trainingsroutine sichergestellt, so ist eine sportspezifische Anforderungsanalyse unabdingbar. Weiterlesen

MUST HAVE „Strength and Conditioning“

by Kornelius Kraus [DS, MA]

FAZIT
Dieses Buch setzt neue Maßstäbe im Bereich des Athletik- und Konditionstraining. Es ragt international wie national weit aus dem Büchermarkt heraus, da es wissenschaftlich fundiert ist und keine falschen Versprechungen mit Pauschallösungen macht. Jedoch hätte ich mir an manchen Stellen etwas mehr Praxisorientierung und Innovation gewünscht.
Für Wissenschaftler, vor allem für Nachwuchswissenschaftler ist dieses Buch eine sehr gute Quelle für problemorientierte Fragestellungen.
Trainern bietet es die Gelegenheit ihr Erfahrungswissen in theoretischen Bezug zu bringen und eigene Hypothesen zu hinterfragen, zu modifizieren und den Kontakt mit den Wissenschaftlern zu suchen. Denn gemäß des Wissenschaftstheoretikers Karl Popper besteht die wesentliche Aufgabe eines Wissenschaftlers darin, auf die Probleme der Praxis einen wissenschaftlichen Lösungsansatz zu liefern. Hier könnten Trainer und Wissenschaftler voneinander profitieren.
Wobei bekannt ist, dass auch Trainerwissen unter bestimmten Umständen der wissenschaftlich produzierten Wissensform überlegen sein kann. Jedoch zeigt sich, dass theoriegeleitete Trainer auf Dauer erfolgreicher sind. Hierfür liefert dieses Buch eine sehr fundierte Grundlage.

AUTORENINFOS
Die Herausgeber des Werkes Dr. Marco Cardinale, Prof. Robert Newton oder auch Prof. Kazunori Nosaka gehören im Gebiet des wissenschaftlich fundierten Konditionstrainings zu den angesehensten Experten. Sie verfügen über einen weiten praktischen sowie wissenschaftlichen Erfahrungsschatz – eine gute Basis für dieses Überblickswerk.

Cardinale war Schüler des italienischen Pioniers im Feld der Kraftdiagnostik Prof. Carmelo Bosco und hat sich durch seine grundlegende Forschungsarbeit über das Vibrationstraining und sportpraktischen Tätigkeit bei der Vorbereitung der britischen Auswahl auf die Olympischen Spiele 2012 in London hervorgetan. Robert Newtons Spezialgebiet ist die neuromuskuläre Diagnostik sowie die Kraftsteigerung. Ken Nosaka beschäftigt sich seit knapp 20 Jahren intensiv mit der Muskelphysiologie.

LESENSWERT

Die ersten Teile beschäftigen sich mit den Grundlagen wie der Physiologie und den Anpassungsvorgängen auf anatomischer und physiologischer Ebene. Es liefert tiefere Einsichten als das Strength and Conditioning Manual (Beachle & Earle, 2008), oder Strength and Conditioning for Team Sports (Gamble, 2010). Wobei die Beschreibung maßgeblich auf westlicher Literatur fußt.
So interessant diese Aspekte für Theoretiker auch sind, Praktiker werden wohl eher praktische Themen wie z.B. die Hintergründe und Einsatzmöglichkeiten von Vibration und elektronischer Stimulierung interessieren. Hierzu ist der Beitrag von Maffiuletti und Cardinale sehr lesenswert. Zum Übertrainingssyndrom liefert Meeusen einen guten Einstieg in das Thema.
Jedoch fehlen mir im Übergang zum anwendungsorientierten Teil die Verknüpfungen von den theoretischen Erkenntnissen zur praktischen Umsetzung.

Möglicherweise stellen sich Trainer die Fragen:
Mit welchen Methoden kann man das Überlastungssyndrom prüfen?
Mit welcher Technologie kann man die Leistungsentwicklung monitoren?

Wie gewohnt bauen Wissenschaftler ihre Argumentation auf. Sie fassen den bisherigen Forschungsstand zusammen und es zeigt sich, dass die Probleme vielfältig sind. Die einzelnen Kapitel verdeutlichen die Vielschichtigkeit des Leistungstrainings. Sie zeigen, welches Wissen bereits vorhanden ist und impliziert, dass ein großes Verständnis für die Betreuung von Leistungssportlern nötig ist.
Zunächst ist es ratsam, die sehr leserfreundlich gestalteten Zusammenfassungen am Ende des Kapitels zu lesen und je nach Bedarf tiefer in die einzelnen Kapitel einzusteigen.
Etwas bedauerlich finde ich, dass die für Trainer und Betreuer relevanten Beiträge zum Athletenmanagement oder auch dem des Monitoring der Leistungsentwicklung zu kurz gehalten sind. Wichtige Themen wie neue technologische Entwicklungen am Rande oder gar nicht besprochen werden. Natürlich liefern die Quellenverweise diese Tiefe, jedoch hätte ich mir mehr Umfang gewünscht, da das Buch mit dem Untertitel Biological Principles and Practical Applications wirbt.

DER AUTOR

KORNELIUS KRAUS. Seit 2006 betreut Kornelius Kraus Athleten und Nachwuchssportler. Der Sportwissenschaftler und Trainer bereitet wissenschaftliche Erkenntnisse für die Umsetzung in der Athletenbetreuung praxisnah auf. Zudem bietet er Seminare zum Athletic Training an und vermittelt Wissen und Techniken für das Leistungstraining. Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist die motorische Verletzungsprävention.

Book-Review: „Principles of Athletic Training“

by Kornelius Kraus [DS, MA]

Was ist ein Athletic Trainer?
Worin besteht der Unterschied zwischen Athletik- und Athletic Training?

Ein scharfes Bild erhält man, wenn man einen Athletic Trainer über mehrere Tage bei seiner Arbeit begleitet. Dies ist jedoch für die meisten Leser zu umständlich. Eine einfachere Möglichkeit diese Frage zu erforschen bietet das Lehrbuch „Principles of Athletic Training“.

Prentice

In den 70er Jahren als die ersten akademischen Programme für die Ausbildung zum Athletic Trainer etabliert wurden, existierte kein eigenes Athletic-Training-Lehrbuch. Dies änderte der Athletic Trainer und Psychotherapeut Dr. Daniel Arnheim aus Kalifornien mit „Principles of Athletic Training“. 2013 erschien das Werk in der 15. Auflage und gilt seit Jahren als Basisliteratur für das Athletic-Training-Studium. Da Arnheim seit einigen Jahren verstorben ist, fungiert der frühere Coautor William Prentice als Autor. Er ist derzeit Professor an der Chapel Hill University.

Prentice beginnt klassisch mit der historischen Entwicklung der Profession und skizziert das Berufsbild des Athletic Trainers. Es wird der Unterschied zum Sportmediziner, Physiotherapeuten, dem Coach oder Konditionstrainer herausgearbeitet. Der Beruf des Athletic Trainers gleicht mehr dem eines sportmedizinischen Athletenbetreuers, welcher sich mit der Gesundheit des Athleten beschäftigt. Zum Gesundheitsmanagement zählt unter anderem die Verletzungsprävention, das Reha- und Aufbautraining, das Identifizieren von Verletzungen, Erstversorgung von Unfällen, sowie das Umsetzen von therapeutischen Maßnahmen im Rehabilitationsprozess.

Dafür sind profunde theoretische Kenntnisse in Anatomie und Physiologie notwendig um mittels manueller und technologischer Methoden den Heilungs- und Erholungsprozess zu verbessern. Hierfür liefert das Buch dem Studenten eine breite Wissensbasis. Angefangen von den Grundlagen des Bewegungsapparates, der Pathologie von Sportverletzungen über therapeutische Maßnahmen bis hin zu medizinischen Basiswissen für die Athletenbetreuung.
Jedoch kommt mir die Erholung in dem Buch zu kurz. Unzureichende Erholung ist einer der wesentlichen Gründe für Verletzungen. Es könnte sein, dass das Thema als Aufgabe des Coaches oder des Konditionstrainers betrachtet wird und nur am Rande besprochen wird. Gemäß dem eigenen Berufsverständnis fällt diese Aufgabe sehr wohl in die Bereiche des Athletic Trainers, da Erholung ein wesentlicher Faktor für die Gesundheit des Athleten darstellt. Hier könnte man bei zukünftigen Auflagen einen neuen Schwerpunkt hinzufügen.

Sehr gut gefällt mir die detaillierte und anschauliche Beschreibung der Taping-Techniken. Die Bearbeitung der Schuhproblematik finde ich sehr gelungen. Sie liefert einfache praxiswirksame Methoden z.B. verschiedene Schnürtechniken, aber auch Informationen zu spezifischeren Verfahren. Den Schwerpunkt des Buches liefert der Abschnitt „Musculoskeletal Conditions“. In diesem anschaulichen Abschnitt hat der Leser die Möglichkeit, sich wesentliche Konzepte zu Behandlung und Beurteilung von muskuloskeletalen Problemen anzueignen.

„Principles of Athletic Training“ richtet sich vornehmlich an Anwender und möchte ihn mit Konzepten und Techniken vertraut machen, welche ihm helfen die täglichen Aufgaben erfolgreich zu meistern. Mit dem breiten Überblick ist dies den Autoren gelungen. Möglichkeiten zur Vertiefung bieten die zahlreichen Quellenangaben, Online-Videos und die Praxis selbst.

DIE AUTOR

KORNELIUS KRAUS. Seit 2006 betreut Kornelius Kraus Athleten und Nachwuchssportler. Der Sportwissenschaftler und Trainer bereitet wissenschaftliche Erkenntnisse für die Umsetzung in der Athletenbetreuung praxisnah auf. Zudem bietet er Seminare zum Athletic Training an und vermittelt Wissen und Techniken für das Leistungstraining. Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist die motorische Verletzungsprävention.