Muskelfunktionsdiagnostik 2.0

von Dr. Kornelius Kraus

Assessment-Ronell

letzte Woche hatten wir Henk Kraaijenhof (VortX) aus Amsterdam mit seiner Athletin Ronell Rosier zu Gast. Wir haben uns getroffen um gemeinsam Athletenprofile zu erstellen und neue Ideen zu testen. Zum Beispiel wurden Muskelaktivitätsprofile bei einfachen Aktivierungsübungen und Sprints erstellt, Reaktionszeiten und Sprunghöhen gemessen. Außerdem haben wir die Wirkungsweise von KAATSU und die Effekte der spezifischen Platzierung von Zusatzlasten unter die Lupe genommen.

In the last week, we had Henk Kraaijenhof (VortX) and his athlete Ronell Rosier as our guests. We met us in order to create athletic profiles and to test new ideas. For instance, we created muscle activity profiles during simple activation exercises and specific exercises like sprints. We also measured reaction times and jump heights. Moreover, we examined the effectiveness of KAATSU and the effects of specific placement of additional loads.

Paul-Assessment

Ronell_Henk_lila

Ronell_Sprinting

Kornelius_Kraus

„Wer sehr viel trainiert, muss sehr viel erholen.“

von Dr. Kornelius Kraus

Auf dem Papier ist die Formel für erfolgreiche Trainingssteuerung sehr einfach. Adäquate Trainingsreize und adäquate Erholungsreize führen zu einer verbesserten Leistungsfähigkeit. Frank Mantek, Trainer mehrerer Olympiasieger im Gewichtheben z.B. von Matthias Steiner, sagt: „Wer sehr viel trainiert, muss sehr viel erholen.“

Doch schon vor dem digitalen Zeitalter waren sich Trainer und Wissenschaftler bewusst, dass Erholung sehr wichtig für physiologische Anpassungsprozesse ist. Zum Thema der geplanten Erholung haben beispielsweise Pikhala (1930), Grantyn (1939) oder Ozolin (1949) ihre Gedanken publiziert.

Heute ist das Thema Regeneration aktueller denn je, da wir in der Zeit des ständigen Verfügbarkeit und Information- und sofortigen Konsumbefriedigung leben. In diesem Umfeld erhält das Kurzfristige eine höhere Aufmerksamkeit als das Langfristige. Die Konsequenzen spiegeln sich wieder in Depressionen, Burnouts oder hohen Überlastungsverletzungsraten im Sport.

Wenn wir den Blick in die Natur richten, so erkennen wir, dass nur das Langfristige seinen Wert hat. Das Verstehen physiologischer Prinzipien liefert in der Meinungs- und Produktvielfalt das nötige Rüstzeug, um Ordnung in das Chaos zu bekommen und phänomenale Ergebnisse zu erzeugen.

Kürzlich ist in der Sportärztezeitung ein Beitrag zum Thema „Regeneration analysieren und Interventionen abstimmen“ erschienen, welcher physiologische und messmethodische Grundlagen skizziert. In den kommenden Monaten werde ich in Mainz auf dem“Tag der Sportmedizin“ und auf der „Athletik-Konferenz“ zu den Themen physiologische Trainingstherapie bzw. abgestimmte Regenerationsmaßnahmen sprechen.

PROathlete Talk #04 mit Dr. Francois Fourchet

Francois-Fourchet-podcast

 

Unser heutiger Gast ist Dr. Franҫois Fourchet [PT, Ph.D.]. Er ist Sportphysiotherapeut, Osteopath, Sportwissenschaftler und ehemaliger 800m-Läufer. Derzeit ist er Sportphysiotherapeut im Hôpital de La Tour in Meyrin/Genf.

Davor arbeitete er in der Aspire Academy, Katar und in Frankreich mit Leichtathleten, Fußball- und Basketballteams.

In dem Interview sprechen wir über seine praktischen und Forschungserkenntnisse zur Fußkonditionierung. Ich bin Francois sehr dankbar dafür, dass er uns Einblicke in seinen einzigartigen Erfahrungshorizont gibt.

„Die mediale longitudinale Achse stabilisiert den Fuß bei einbeinigen Belastungen. Eine Dysfunktion dieser stabilisierenden Fußmuskeln steht im Zusammenhang mit Sehnenreizung am Fuß und Knie. Nach praktischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen lässt sich dieses Problem durch Training handhaben. Zum Beispiel lassen sich mit der Single-Shot-Strategie Effekte bis zu 6 Wochen nach der Einheit nachweisen“

Weiterlesen

Smartes Training – Was ist das?

von Dr. Kornelius Kraus [DS, MA]

Smartes Training verfolgt das Ziel die Trainingswirkung von Übungen und damit des gesamten Trainings erhöhen. Daher ist es für Sportler nicht entscheidend, dass maximal intensiv und umfangreich trainiert wird, sondern optimal.

Auf dem Papier bedeutet SMART demnach den größtmöglichen Trainingsreiz zu setzen, der mit den geringsten physiologischen Kosten einhergeht. In der Praxis interpretieren wir Bewegungsschmerzen oder Verletzungen als akute physiologische Kosten, die wiederum zur Leistungsstagnation bzw.  langfristigen Trainingsausfällen führen.

Wie können wir herausfinden, ob jemand smart trainiert? Nun, in dem man die Ergebnisse kontrolliert und die Leistungen beurteilt und diese in Beziehung zur eingesetzten Trainingsmethodik setzt. Zum Beispiel kann man Boscos Sprungtestbatterie einsetzen, um ein Power- und Reaktivkraftprofile zu erstellen und damit die Anpassungen während des Trainingsprozesses zu prüfen.

Ebenfalls kann man hierzu die generelle physiologische Readiness bzw. funktionalen Anpassungenreserven der aeroben, anaeroben und zentralen Nervenssystem messen. Nach unseren Erfahrungen korrelieren diese mit geringeren Anpassungsreaktionen und erhöhtem Bewegungsschmerz bei hochintensiven Belastungssituationen in Rekonditionierungsprozessen. Was auf dem Papier auf den ersten Blick sehr einfach scheint ist in der Praxis keineswegs sehr einfach. Aber genau hierin liegt der besondere Reiz dieser Aufgabe.

Mehr zu diesem Thema folgt in den kommenden Wochen.

DER AUTOR

KORNELIUS KRAUS. Seit 2006 betreut und berät Kornelius Kraus Nachwuchssportler, Athleten und Trainer. Für sie bereitet der Sportwissenschaftler und Trainer wissenschaftliche Erkenntnisse praxisnah auf. Zudem gibt er Trainings in Athletic Therapy, Functional Training und Strength and Conditioning. Überdies erforscht er Methoden zu Steigerung der sportlichen Leistung und Verletzungsminimierung.

Hamstring-Verletzungsrisiko-Screening: Was tun?

von Kornelius Kraus [DS, MA]

Für Diagnostiker dürfte die fehlende Genauigkeit der isokinetische Messung zur Schätzung der Risikos für Hamstringverletzungen (van Dyk et al. 2016) keine Überraschung sein. Bereits 1998 ist Bennell zum gleichen Ergebnis gekommen. Doch wie lässt sich die fehlende diagnostische Qualität des isokinetischen Quadrizeps-Hamstring-Kraftverhältnis erklären? Weiterlesen

Hamstrings: Die Effekte von Walking-Lunge und Jumping-Lunge

von Kornelius Kraus [DS, MA]

Walking_Lunge_PROATHLETEExzentrische Belastungen führen zu Mikroverletzungen im Muskel. Diesen Effekt nutzen Trainer, Therapeuten und Athleten bei exzentrischen Trainingsreizen aus, da im Vergleich zu konzentrischen oder statischen Belastungen verstärkt die Bindegewebszellen verletzt werden und somit ein höherer Schaden entsteht. Die Reparatur dieses Schadens führt zu einer Erhöhung des Proteins Desmin und einer generell erhöhten Permeabilität der Zellmembran (Peters et al. 2003). Allerdings ist dieser Effekt auch mit längeren Erholungszeiten verbunden. Weiterlesen

Hamstring-Prävention mit der Nordic-Hamstring-Exercise?

von Kornelius Kraus [DS, MA]

DSC_0673sw2Hamstring-Verletzungen gehören zu den häufigsten Muskelverletzungen im Leistungssport. Um diese Verletzung zu reduzieren wird oft die Nordic- Hamstring-Exercise eingesetzt. Seit geraumer Zeit werden die Effekte der Nordic-Hamstring-Exercise wissenschaftlich untersucht. Doch wie so oft driften die Meinungen weit auseinander. Entscheidend für den praktischen Einsatz jedoch ist die Trainingswirkung der Übung. Weiterlesen

Kornelius Kraus Speaker auf dem Sportdata & Performance Forum in Berlin

Kornelius-Kraus-Training_Science-for-SportsVom 23. bis 24. November findet das internationale Sportdata & Performance Forum in Berlin statt. Experten vom English Institute of Sport, der DFL oder Real Madrid haben bereits auf dem Forum referiert.

In Berlin präsentiert Kornelius Kraus zum Thema Athletic Readiness und dem Timing von Trainingsreizen.