„Wer sehr viel trainiert, muss sehr viel erholen.“

von Dr. Kornelius Kraus

Auf dem Papier ist die Formel für erfolgreiche Trainingssteuerung sehr einfach. Adäquate Trainingsreize und adäquate Erholungsreize führen zu einer verbesserten Leistungsfähigkeit. Frank Mantek, Trainer mehrerer Olympiasieger im Gewichtheben z.B. von Matthias Steiner, sagt: „Wer sehr viel trainiert, muss sehr viel erholen.“

Doch schon vor dem digitalen Zeitalter waren sich Trainer und Wissenschaftler bewusst, dass Erholung sehr wichtig für physiologische Anpassungsprozesse ist. Zum Thema der geplanten Erholung haben beispielsweise Pikhala (1930), Grantyn (1939) oder Ozolin (1949) ihre Gedanken publiziert.

Heute ist das Thema Regeneration aktueller denn je, da wir in der Zeit des ständigen Verfügbarkeit und Information- und sofortigen Konsumbefriedigung leben. In diesem Umfeld erhält das Kurzfristige eine höhere Aufmerksamkeit als das Langfristige. Die Konsequenzen spiegeln sich wieder in Depressionen, Burnouts oder hohen Überlastungsverletzungsraten im Sport.

Wenn wir den Blick in die Natur richten, so erkennen wir, dass nur das Langfristige seinen Wert hat. Das Verstehen physiologischer Prinzipien liefert in der Meinungs- und Produktvielfalt das nötige Rüstzeug, um Ordnung in das Chaos zu bekommen und phänomenale Ergebnisse zu erzeugen.

Kürzlich ist in der Sportärztezeitung ein Beitrag zum Thema „Regeneration analysieren und Interventionen abstimmen“ erschienen, welcher physiologische und messmethodische Grundlagen skizziert. In den kommenden Monaten werde ich in Mainz auf dem“Tag der Sportmedizin“ und auf der „Athletik-Konferenz“ zu den Themen physiologische Trainingstherapie bzw. abgestimmte Regenerationsmaßnahmen sprechen.

TRAINING DENKEN – Ready für das nächste Training?

by Kornelius Kraus [DS, MA]

PROathlete-Paul-BobingerHeute zeigen wir anhand von einem Beispiel wie man vorhandene Anpassungsreserven einschätzen kann. Im vorletzten Blog haben wir die Superkompensation besprochen. Um langfristige Anpassungen zu erreichen müssen Athleten nicht immer maximal erholt sein, sondern optimal.  Konkret meinen wir damit, dass für den gewünschten Trainingsreiz genügend Reserven vorhanden sein müssen. Daraus ergibt sich die Frage, woher ich weiß, ob genügend Anpassungsreserven vorhanden sind. Die Antwort darauf ist sehr einfach – MESSEN.

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