Hamstrings: Die Effekte von Walking-Lunge und Jumping-Lunge

von Kornelius Kraus [DS, MA]

Walking_Lunge_PROATHLETEExzentrische Belastungen führen zu Mikroverletzungen im Muskel. Diesen Effekt nutzen Trainer, Therapeuten und Athleten bei exzentrischen Trainingsreizen aus, da im Vergleich zu konzentrischen oder statischen Belastungen verstärkt die Bindegewebszellen verletzt werden und somit ein höherer Schaden entsteht. Die Reparatur dieses Schadens führt zu einer Erhöhung des Proteins Desmin und einer generell erhöhten Permeabilität der Zellmembran (Peters et al. 2003). Allerdings ist dieser Effekt auch mit längeren Erholungszeiten verbunden.

Eine häufig eingesetzte Übung zur Steigerung der exzentrischen Kraft der Hamstrings ist die Nordic-Hamstring-Exercise. Im letzten Blog haben wir kurz die Übung unter die Lupe genommen und einige Aspekte herausgearbeitet [Zum Beitrag]. Dabei sind wird zu der Erkenntnis gelangt, dass die Nordic-Hamstring-Exercise nur bedingt helfen kann um Hamstring-Verletzungen zu reduzieren, da sie zu unspezifisch ist.

Sven Jönhagen, Paul Ackermann und Tönu Saartor haben die Wirkungsweise von der Walking-Lunge [Ausfallschritte] und der Jumping-Lunge bei Nachwuchsfußballern untersucht (2009). Es zeigte sich, dass die Walking-Lunge mehr in den Hamstrings wirkt als die Jump-Lunge, welche mehr Vortrieb erzeugt.

Daher erscheint die Verwendung von beiden Übungen konsequent. Allerdings sind die Effekte nur für wenig trainierte Powerathleten nachgewiesen, sodass die Wirkungsweise im Einzelfall geprüft werden sollte. Alles andere ist nicht seriös, als mögliches Indiz für die Wirkungsweise kann ein auftretender Muskelkater interpretiert werden.

DER AUTOR

KORNELIUS KRAUS. Seit 2006 betreut und berät Kornelius Kraus Nachwuchssportler, Athleten und Trainer. Für sie bereitet der Sportwissenschaftler und Trainer wissenschaftliche Erkenntnisse praxisnah auf. Zudem gibt er Trainings in Athletic Therapy, Functional Training und Strength and Conditioning. Überdies erforscht er Methoden zu Steigerung der sportlichen Leistung und Verletzungsminimierung.

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