Der Nocebo-Effekt – Wenn Angst krank macht.

von Dr. Kornelius Kraus

Die aktuellen Maßnahmen und das Verhalten der Menschen im Alltag haben mich sehr berührt. Nach langer Sendepause ist dies auch der Anlass für einen neuen Blogpost. Da mir die aktuellen Zahlen zum Corona-Virus nicht vorliegen, können wir über dessen physiologischen Impact nur spekulieren. Der geistige Impact von Corona hingegen ist enorm, was unseren Blick auf die psychophysiologische Ebene lenkt.

Die Psychophysiologie ist eine wissenschaftliche Disziplin, welche Biologie und Psychologie, also Natur und Seele, als Einheit betrachtet. Durch die Messung von elektrischen Biosignalen wird versucht die Wechselwirkungen zwischen beiden Ebenen besser zu verstehen.

Auf Ebene des geistigen Impacts, ist es notwendig, dass über den Nocebo-Effekt berichtet wird. Denn viele kennen dieses psychologische Phänomen nicht.

Der Nocebo-Effekt (“Ich werde Schaden”) ist die psychologische Schattenseite des Placebo-Effekts – nur in einer viel stärkeren Ausprägung. Dass ist vergleichbar mit der Verbreitung von schlechten Nachrichten, auch diese scheinen attraktiver zu sein, als die Verbereitung von positiven Nachrichten. Statistisch werden negative News an 7 Leute weitererzählt und positive News an 3. Beim Nocebo-Effekt variieren die Zahlen deutlich. Es wird bei Medikamenten bis zur 15-fachen Verstärkung des Nebenwirkung durch den Nocebo-Effekt berichtet.

Doch lassen wir die abstrakte Statistik mal außen vor und widmen uns dem physiologischen Impact der Angst. Physiologisch konnten wir selbst anhand elektrischer Biosignale (EKG, EEG, etc) erkennen, dass Angst die regenerativen Kräfte der Selbstheilung reduziert bzw. deaktiviert! Wie soll in diesem Kontext der Mensch gesunden bzw. gesund und vital bleiben, wenn das wichtigste System nicht richtig funktioniert?

Durch das richtige Mindset lässt sich das ändern. Aber in Paniksituation ist dies sehr schwer zu entwickeln. In den letzten Jahren haben wir für Menschen, die sich in solchen Situationen befinden ein Tracks und Techniken entwickelt, die unsere Regulationsmechanismen harmonisieren und die regenerative Kapazität des Körpers wieder in Gang setzen und stärken können.

Was steckt dahinter?

Unser Ansatz baut beispielsweise auf den Forschungsarbeiten des brillanten italienischen Neuroforschers Riganello auf. Er hat durch seine Studien bei Komapatienten herausgefunden, dass positiv beschwungene Musik die Selbstaktivierung erhöht und die Sterberate reduzieren kann.

Warum ist das brilliant?

Weil durch dieses Forschungsdesign der geistige Impact von Placebo und Nocebo kontrolliert wurde.

Ein Kommentar zu “Der Nocebo-Effekt – Wenn Angst krank macht.

  1. Hallo Kornelius, froh dass du wieder schreibst. Sehr gute Zusammenfassung uber wichtige Sachen, genau in diese Zeit. Danke!

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